„Scherifisches Maghrebinisches Königreich“ – so wurde Marokko noch bis in die 60’er Jahre hinein genannt. Marokko liegt sozusagen in ‚Sichtweite Europas, auf afrikanischer Kontinentseite. Nur die Meerenge von Gibraltar trennt Marokko von Spanien. Gerade mal 14 Kilometer. In der sogenannten „Straße von Gibraltar“, dem schmalen Raum zwischen den beiden Kontinenten, treffen außerdem der Atlantik und das Mittelmeer aufeinander.
All dies macht sich im Klima Marokkos deutlich bemerkbar. An der Küste ist das Wetter mediterran und mild. Richtung Landesinneres wird es heißer. Das Atlasgebirge, das sich quer durch das Landesinnere zieht, bildet eine Scheidelinie zweier sehr verschiedener klimatischer Räume. Homer und Herodot, die griechischen Dichter und Historiker der Antike, sahen im Atlas-Gebirge die westliche Grenze der damals bekannten Welt. Heute wissen wir, dass es dahinter weitergeht… mit saharisch-kontinentalem Wüstenklima.
Der Sommer im Nordwesten Marokkos ist lang und herrlich. Von April bis September ist die Küste ein wunderbares Ziel für Sonnenhungrige. Trocken-heiße, sonnige Tage, angenehme Temperaturen von etwa 23 bis 28 Grad. Im Hochsommer kann es zu Spitzenwerten von knapp 40 Grad kommen, schließlich liegt Marokko in Afrika. Menschen mit Kreislaufproblemen sollten also eine Reise im Juli und August vermeiden.
Zwischen Juni und September regnet es so gut wie nie, auch nachts werden noch Werte zwischen 15 und 20 Grad gemessen. Erst danach, im Oktober und November, wenn es noch immer warm ist, nimmt die Zahl der Regentage langsam zu.
Im Mai hat das Wasser eine Temperatur von etwa 18 Grad, im Hochsommer 22 bis 23 Grad, selbst im November noch meist mehr als 20 Grad. Danach erst kühlt es sich auf 16 bis 17 Grad ab. Die Winter hingegen sind mild und regenreich mit einem Januar-Mittelwert von 12 Grad. Wenn die Sonne scheint, steigen die Werte gerne auf 16 oder 17 Grad an, nachts sinken sie auf Temperaturen um 6 Grad ab.
Je weiter man ins Landesinnere vordringt, desto geringer wirkt der mildernde Einfluss des Meeres. Hier herrscht Kontinentalklima. In der alten und kulturell sehr interessanten Königsstadt Marrakesch kann es im Sommer extrem heiß werden, Spitzenwerte von knapp 50 Grad sind möglich. Im Winter können die Tageswerte sehr angenehm sein. Im Dezember erreicht das Thermometer durchaus die 20 – 22 Grad-Marke. Nachts wird es wiederum gelegentlich richtig kalt, dann sinken die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt, liegen im Schnitt bei knapp unter 10 Grad. Beste Reisezeit sind hier die Monate Oktober bis Mai. Danach wird es für die meisten Mitteleuropäer einfach zu heiß. Auf der nördlichen Hangseite des Atlas-Gebirges, das eine Klimagrenze darstellt, kann es in den Wintermonaten auch mal heftig regnen. Auf der Südseite wiederum ist es das ganze Jahr über fast immer knochentrocken.
Ackerbau ist hier nur in bewässerten Oasen möglich, denn hier beginnt die Wüstenzone mit sehr heißem Saharaklima. In den Sommermonaten weht häufig ein staubiger Wüstenwind, der Schirokko. Die Wüstenregionen sind im Sommer sehr, sehr heiß und eher zu meiden.
Insgesamt ist Marokko ein Land, welches man im Grunde ganzjährig bereisen kann, auch wenn hier in den vergangenen Jahren das Wetter nicht ganz so stabil war, wie in den Jahrzehnten zuvor.
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