Mit den Azoren, einer Inselgruppe im Atlantik, verbinden die meisten von uns wohl perfektes Wetter. Schließlich ist es das berühmte „Azoren-Hoch“, das unser Wetter in Mittel-Europa so richtig sommerlich machen kann.
Tatsächlich sind die neun Inseln der Azoren wetterbestimmend für uns.* Was jedoch nicht heißt, dass es auf den Azoren selbst rund um die Uhr schön und sonnig ist. Im Gegenteil! Das Wetter auf den Azoren ist ausgesprochen wechselhaft und alles andere als stabil. Was keineswegs heißt, dass es schlecht ist. Nur sollten Sie nicht erwarten, dass Sie hier zu jeder Jahreszeit wochenlang nur die Sonne sehen.
Die Azoren haben ihr ganz eigenes Klima. Auch im Sommer wechseln sich Sonne, Wolken, Wind, Regen und Nebel oft innerhalb eines einzigen Tages ab. Immer wieder kommt es vor, dass auf der einen Inselseite der Himmel strahlend blau ist, während es auf der anderen Seite regnet.
Das Klima auf den Azoren ist – auf Grund der Nähe zum warmen Golfstrom und die bis zu knapp 2400 Meter hoch ragenden Vulkankegel – subtropisch. Das macht die Inseln sehr fruchtbar, Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Dank des Klimas wachsen hier sowohl nordische als auch tropische Pflanzen.
Erwarten Sie auf den Azoren kein heißes Klima. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über mild und ausgeglichen. In den Monaten von November bis April ist es mit Höchtwerten zwischen 16 und 19 Grad angenehm warm, der Sommer wird nicht zu heiß. Selbst im August steigt das Thermometer selten über die 26 Grad-Marke.
Die beste Reisezeit um auf den Azoren einen tollen Urlaub zu verbringen ist der Sommer. Juni bis Oktober herrscht hier Saison, dann ist die Zahl der Regentage (an denen dennoch die Sonne immer wieder für einige Stunden herrlich scheint) überschaubar.
Von Januar bis März ist die Temperatur des Wassers mit etwa 19 Grad schon badetauglich. Insgesamt ist es aber die Jahreszeit, in der am ehesten mit rauen Winden und Nebel zu rechnen ist. Zudem regnet es immer wieder.
Ende März legen sich die Winde, das Wetter wird etwas beständiger, es regnet seltener. Dennoch bleibt es wechselhaft. Die Zeit von April bis Juni sorgt aber immerhin schon für etwa sechs Sonnenstunden im Schnitt, wobei sich Regen und Sonne häufig abwechseln. Die Natur blüht prächtig, Wanderwege sind aber teilweise noch schlammig.
Juli, August und September bieten das angenehmste Wetter in diesem Naturparadies. Angenehme Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad, nur sechs bis sieben Regentage im Monat, dazu eine deutlich geringere Luftfeuchtigkeit, die das Wetter weniger schwül macht, sorgen dafür, dass es in dieser Zeit recht voll werden kann auf den Azoren. Hauptsaison, wettertechnisch perfekt für ausgedehnte Wanderungen und Trekking-Touren.
Der Oktober ist noch freundlich, danach beginnt wieder der Azoren-Winter, der recht ungemütlich sein kann. Regen, starker Wind und zum Teil heftige Gewitter mit „nur“ noch fünf bis zwei Sonnenstunden pro Tag machen deutlich, dass dies eine Zeit ist, in der man die Azoren eher meiden sollte.
Die Luftfeuchtigkeit auf den Azoren ist insgesamt recht hoch, weshalb viele das Wetter als drückend empfinden. Im Frühling und Herbst ist es jedoch weder zu schwül noch zu heiß.
Die Azoren sind also kein Ziel für Sonnenanbeter, die den ganzen Tag ausschließlich am Strand verbringen möchten. Für Naturliebhaber, Wanderer und alle, die auch einige Regenstunden ertragen können, um anschließend wieder die Sonne zu genießen, bieten die Azoren ein faszinierendes Reiseziel von atemberaubender Schönheit.
Was wünschen wir uns, wenn der Sommer einfach nicht in Fahrt kommt? Ein Azorenhoch. Die heiße Trpenluft, die am Äquator aufsteigt, treibt dabei gen Norden und kühlt sich ab. Über den Azoren sinkt sie ab und gelangt in Bodennähe als Passatwind wieder zurück. Bei dieser Luftzirkulation entsteht das berühmte Hochdruckgebiet, welches nach dem Inselarchipel benannt wurde. Auf das Wetter der Azoren selbst hat es jedoch keinen Einfluss.