Mehr als 800 Kilometer Küste und mehr als 3000 Sonnenstunden im Jahr. Die phönizischen Seefahrer, die sich schon Jahrtausende vor Christi Geburt hier niederliessen wollten zwatr bestimmt keinen Urlaub machen, hatten aber mit sicherheit auch nichts gegen das angenehmem Klima dieses herrlichen Stückchens Erde.
Das Klima Andalusiens spart nicht mit Extremen: Hier findet sich sowohl die regenärmste Region ganz Kontinentaleuropas, aber auch die regenreichste Region ganz Spaniens. Prägend für das Klima Andalusiens sind der Atlantik und das Mittelmeer. Typisch für den Sommer in dieser Region ist die Stabilität des Azorenhochs, das an der langen Küste mit großer Sicherheit für heißes, trockenes Wetter sorgt.
Am atlantischen Teil der Küste Andalusiens, der Costa de la Luz, herrscht sub-kontinentales Mittelmeerklima mit warmen Wintern. An der Costa del Sol und der Costa Tropical, die am Mittelmeer liegen, ist das Klima dagegen subtropisch mediterran. Insgesamt lässt sich für die andalusische Mittelmeer- küste beinahe so etwas wie eine Sonnengarantie geben. Almeria -der sonnigste Ort Spaniens- ist mit knapp 3000 Sonnenstunden im Jahr das Mekka sonnenhungriger Urlauber. Schon der Frühling verdient hier sich hier seinen Namen. Er beginnt nämlich wirklich früh! Schon Ende März, spätestens jedoch Anfang April packen die Bewohner Andalusiens ihre kurzen Hosen und Hemden aus. Einige Mutige springen sogar schon ins Meer.
Der andalusische Sommer ist legendär. Strahlende Sonne, stahlblauer Himmel und fast kein Regen. Das hat diese Küste zu einem der Haupt-Reiseziele für Sonnenanbeter gemacht, die in der Saison hauptsächlich die Costa del Sol bevölkern. Andere Küstenabschnitte bieten genauso viel Sonne, aber viel mehr Ruhe. Die Temperaturen erreichen im Hochsommer gelegentlich die 40 Grad Marke. Dann machen nur die erfrischenden Küstenwinde die Hitze erträglich. Der absolute Hitzerekord dieser Region wurde 1945 erreicht, da wurden hier einmalige 47 Grad Celsius gemessen.
Die Winter Andalusiens sind zumeist mild und ebenfalls recht trocken. Der kälteste Monat ist der Januar. In Granada liegt der Durchschnittswert in dieser Zeit bei knapp 7 Grad. Tagsüber sind Höchsttemperaturen von 16 bis 20 Grad in Andalusien keine Seltenheit. Der Atlantik sorgt für diese milden Temperaturen, aber auch gelegentlichen Regen. Niederschläge fallen auf wenige Tage konzentriert. Gelegentlich kann es an den Küsten jedoch zu plötzlichen Kälteeinbrüchen kommen.
Es ist schon ein wenig verrückt. Aber in etwa einer Stunde kann man aus dem subtropischen Küstenklima direkt in ein riesiges Skigebiet aufbrechen. Die Sierra Nevada nimmt sogar im extermen Andalusien eine klimatische Sonderstellung ein. Die Ausläufer der Berge (Sierra Nevada = „Schneebedecktes Gebirge“) reichen fast bis an die Küste. Die höchste Erhebung der Sierra Nevada ist der Mulhacèn mit 3482 Metern Höhe, gefolgt vom Pico del Veleta (3397 Meter) und dem Alcazaba (3392 Metern). Von November bis Mai liegt Schnee auf deren Gipfeln. Knapp 40 Skipisten bieten ausgezeichnete Wintersportbedingungen, auch wenn die Sierra Nevada nicht als 100 % schneesicher zu bezeichnen ist. Immerhin: 1996 fanden hier sogar die Ski-Weltmeisterschaften statt. Und im April kann man oft tatsächlich vormittags Ski laufen und nachmittags im Meer baden gehen.
In den westlich gelegenen Bergregionen Andalusiens, der Sierra Morena, Sierra de Cadiz, Sierra de Málaga, etc, ist der deutliche atlantische Einfluss zu spüren. Nennenswerte Mengen an Niederschlägen gibt es nur in der Sierra de Grazalema, die als regenreichstes Gebiet Spaniens gilt. Dies allerdings zumeist in den Wintermonaten, denn auch hier ist der Sommer fast immer trocken.